Kongress

WERKSTÄTTEN

 

Die BildungsWerkstätten der LernKulturTage am 5. Mai 2012

Werkstatt O
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Wie  kommen wir vom Wissen ins Handeln?

Offene Werkstatt mit Otto Herz
In dieser Werkstatt entstanden die Themen direkt vor Ort. Es war also eine offene Werkstatt mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet wurden.
 Gemeinsam mit Otto Herz verwandelte sich der Martha-Fraenkel-Saal in einen Ort der konstruktiven Verständigung, des gemeinsamen Nachdenkens, der Ermunterung und Inspiration - entlang der Themen, die die Menschen bewegten.

Werkstatt 1
Gebäude und Orte planen, in denen Wissen entsteht.
Jörg Rainer Noennig, Professor für Wissensarchitektur in Dresden
„…Kindergarten für Große…“ so würde Jörg Rainer Noennig, Professor für Wissensarchitektur in Dresden, seinen zwei kleinen Töchtern erklären, was er macht. „… Spielen ist auf jeden Fall dabei, lernen und Erfahrungen machen. Und auch auf die Nase fallen.“ Das Fach, das er lehrt, ist jung und noch nicht in vielen Verästelungen ausgearbeitet; Noennig hat es durch seine Promotion selbst mit etabliert. Es heißt Wissensarchitektur, und Erwachsenen beschreibt er es so: „…Gebäude und Orte planen, in denen Wissen entsteht.“ Wer für diese Werkstatt offen war – war live bei einer Pionierwissenschaft dabei, mitten in Architektur (und) Lernen, Beziehung von pädagogischen Konzepten und gestaltetem Raum, architektonische Denkwerkzeuge für kreatives Lernen, Vernetzung lernen mit einem kurzen Abstecher zu Thomas Alva Edison...

Werkstatt 2
Lehrer und Schüler - Vom gleichwürdigen Miteinander im Unternehmen: Schule
Impulsreferat und Diskussion mit Eltern und Lehrern der Freien Alternativ Schule Dresden (www.fas-dreden.de)
Die Freie Alternativschule Dresden richtet sich an Eltern, die Lernen als täglichen, in allen Lebensbereichen wirkenden Prozess sehen. Dies erfordert ein kontinuierliches Hinterfragen von entstandenen Strukturen, das Wachsein gegenüber Lern- und Lebensprozessen unter den Kindern und Erwachsenen und die Bereitschaft, sich diesen Prozessen zu stellen. Was diese Prozesse für das Zusammenwirken von Kindern, Lehrern und Eltern bedeutet wird anschaulich dargestellt und wesentliche Stolpersteine werden benannt und diskutiert.
DIESE WERKSTATT WURDE THEMATISCH IN DEN OPEN SPACE IM MARTHA-FRAENKEL-SAAL INTEGRIERT.

Werkstatt 3
„Eltern und PädagogInnen der Dialog in der Kita gelingt“
Impulsreferat und Diskussion mit Angelika Beger, KiTa-Leiterin / Familienberaterin und Elke Schramm, Mutter zweier Söhne 5 und 7 Jahre alt, Erfahrungen in, aus, um die Kindertagestätte „Dobritzer Kinderland“ des Kinderland-Sachsen e.V.
Was heißt es für ErzieherInnen und Eltern, einen Dialog in Gleichwürdigkeit zu gestalten? Welche Gelingensbedingungen sind dafür von wem herzustellen? Welche Erfahrungen haben wir in der Kindertagesstätte gesammelt und wie setzen wir diese Qualität der Zusammenarbeit bei Schuleintritt fort?

Werkstatt 4
„Stell Dir vor: Schule ist KITRAZZA und alle wollen hin!“

Tobias Heinemann / Projektschmiede, Kaspar von Oppen / Schüler
KITRAZZA ist NOCH ein 14-tägiges Sommerferienangebot für 200 Kinder zwischen 7 und 11 Jahren; eine Kinderstadt, in der sie gemeinsam spielen und entscheiden und LERNEN. Hier wird genagelt, gesägt, geschraubt, Eis hergestellt, gebadet, Taxi gefahren, Radio gemacht, getanzt, jongliert, Kupfer geschmiedet, diskutiert. Es werden Kioske betrieben, Briefe gestempelt, Waffeln gebacken, Fußball und Theater gespielt, Ideen gesponnen und Regeln entschieden... wie in einer großen Stadt. Sie finden und erfinden eigene Institutionen, Regeln und Lösungen und schaffen sich so eine Welt, die voll auf ihre Erfordernisse und Neigungen ausgerichtet ist - so bunt und vielseitig wie möglich, mit soviel Aushandlung und Abstimmung wie nötig. Die Teilnehmer waren eingeladen, dieses Modell weiterzudenken, auf das die KINDERTRAUMZAUBERSTADT kein FerienTraum bleibt, sondern natürlicher Teil einer Bildungslandschaft im Alltag von Kindern wird.

Werkstatt 5
Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg

Erfahrungsaustausch und Inspiration mit Dominique Pniok, Mutter dreier Kinder
Die Gewaltfreie Kommunikation ist ein Konzept, das von Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde. Es soll Menschen ermöglichen, so miteinander umzugehen, dass der Kommunikationsfluss zwischen ihnen verbessert wird. GfK kann sowohl bei der Alltags-Kommunikation als auch bei der friedlichen Konfliktlösung im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein.

Werkstatt 6
Räume  und selbstorganisiertes Lernen

ACHTUNG! DIESE WERKSTATT FIEL WEGEN KRANKHEIT LEIDER AUS!
Ein World-Cafe mit Andrea Noack / Hortleiterin in der 16.Grundschule Josephine Dresden
„Man braucht dem Kind nur die angemessene Umgebung zu besorgen, eine Umgebung aus Annahme, Liebe, Schutz und geeignetes Stimuli, und das Lernen des Gehirns lässt sich nicht aufhalten. Denn es wurde zum Lernen geschaffen.“ Joseph Chilton Pearce.
Welche Wirkung haben / hatten Räume auf uns – welche Erlebnisse verknüpfen wir mit Räumen?
Welche Geschichten können die Teilnehmer zu Räumen erzählen?
Was brauchen Kinder zum Lernen? Welche Rolle spielen dabei Ganztagsangebote?

Werkstatt 7
Ein Recht auf Selbstbildung auch in der Erzieher- und Lehrerausbildung?

Katrin Wiedemann, Schulleiterin Freie Fachschule für Sozialwesen der Thüringer Sozialakademie gGmbH
Stellen Sie sich vor, Sie wollen erlernen, wie das geht mit den Lernwerkstätten, mit offenen „Unterricht“ und offenen Kitas. Sie wollen erlernen, wie sie den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Recht auf Selbstbildung ermöglichen können. Aber Sie selbst sind in einer Ausbildung mit einem festgezurrten Lehrplan, mit festem Stundenplan, Lehrern und Dozenten, die Unterricht halten, bzw. Vorlesungen abhalten. Ja, Sie können es theoretisch und wissenschaftlich aufarbeiten.
Aber wie es sich anfühlt, welche Erfahrungen man bei solch einem Lernen macht, bleibt außen vor. 
Stellen Sie sich vor, Sie finden eine Ausbildungsstätte, an der Sie selbst Ihr Lernen planen können. Sie entscheiden, wann, mit wem und mit welcher Methode Sie Ihre Ziele erreichen können. Es stehen Ihnen kompetente Partner zur Verfügung, die Sie bei der Erfüllung Ihrer individuellen Ziele begleiten können. In unserem Workshop konnte man selbst erleben, wie Selbstorganisiertes Lernen funktionieren kann.

Werkstatt 8
Alle in einem Boot – und dann?
Kathrin Otto (Erzieherin Kindergarten „Kümmelkrümel“) und Cornelia Beer (Fachberaterin) des Omse e.V. luden herzlich zum Gespräch ein.
Fragen, die uns bewegten:

Kinder kommen mit unterschiedlichsten Temperamenten und soziokulturellen Hintergründen in die Kita. Sie haben ihre jeweils eigene Art, sich mit der Welt auseinander zu setzen – sie zu erkunden, zu gestalten, sich ihrer Komplexität spielend zu nähern.
Wie gelingt es uns Pädagogen dem einzelnen Kind als auch der Gruppe gegenüber aufmerksam und achtsam zu sein? Welche Voraussetzungen braucht es, Kinder in ihrer Eigenständigkeit zu begleiten und ko-konstruktives Lernen zu ermöglichen? Wie können Kinder in der Kita darin unterstützt werden, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, den Alltag in der Kita gemeinsam zu gestalten und sich als wirklich Beteiligte zu erleben?

Wir sehen uns selbst als Lernende und haben uns zu diesen Fragen mit den Teilnehmern ausgetauscht. Dabei berichteten wir über Erfahrungen, die wir in unserer bisherigen Arbeit mit den Kindern sammeln konnten.

Werkstatt 9


„... eigentlich weiß ich es, aber...“ ~ von der bedingten Unfreiheit zur unbedingten Freiheit

mit Bertrand Stern, Freischaffender Philosoph

Stellen wir uns vor, eine bisher so brave Tochter oder ein sonst so folgsamer Sohn macht in Bezug auf die Schule die so erschütternde Bemerkung: „Nein, da gehe ich nie wieder hin!“ Welche abgrundtiefen Ängste kommen nun auf, etwa: wo kommen wir denn so hin? Was soll mal aus ihr oder ihm werden? Bei Verletzung der Schulpflicht... Auch ich habe müssen... Dramatische Aussagen angesichts einer sich in einer bedauernswerten Sackgasse befindlichen Institution Schule!

Stellen wir uns vor, der in vielen Bereichen des Lebens so dringend notwendige Wandel wäre gerade im Bereich der Bildung so unmittelbar möglich! Allerdings: jenen großen, wesentlichen Schritt aus der Verschulungsideologie heraus hin zu den angestrebten „Landschaften der freien Bildung“ kann nur ich selbst ausführen, indem mein Sehnen nach kompromissloser Lebendigkeit, nach unbedingter Menschlichkeit zur Leitlinie meines Verhaltens werden!

Stellen wir uns vor, die Einladung zu diesem kritischen Gedankenaustausch bewirkt, dass die kategorische Aussage des jungen Menschen ein anderes Gewicht bekommt: Plötzlich ist nicht das Recht, sich frei zu bilden, eine Illusion, sondern die Verschulung…

Bertrand Stern
: "Freischaffender Philosoph: mit dieser Bezeichnung möchte ich zweierlei zum Ausdruck bringen: die Freiheit meiner - an keine Institution gebundenen - philosophischen Aktivität; und das "Freischaffende" als Selbstverpflichtung zu einer kritischen und "Freiheit schaffenden" Reflektion…“

Werkstatt 10
Bedingungen für gelingendes Lernen – Erkenntnisse des Projektes „Fokus Kind“ 
Dr. Patricia Liebscher-Schebiella , Sächsisches Bildungsinstitut (SBI), Frau Kathrin Höfer und Herr Gerd Kirchhof
Das Projekt „Fokus Kind“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Sächsischen Bildungsinstitut und dem von Prof. Manfred Spitzer geleiteten Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm. Das Gesamtprojekt ist auf einen Zeitraum von 4 Jahren angelegt und untersucht in zwei Projektphasen den Bildungstag sächsischer Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren.
In Phase A wurde eine Ist-Stands-Analyse zum Bildungstag in Kindertagesstätten, Grund- und Mittelschule, bzw. am Gymnasium durchgeführt.
Dabei wurde vor allem auf die Erfüllung von Grundbedürfnissen der Kinder wie Autonomie, Kompetenzerleben und soziale Einbindung geachtet, welche elementare Bedingungen für nachhaltiges Lernen sind. Das Besondere der Studie ist, dass die Perspektive der Kinder und deren Blick auf ihren Alltag im Mittelpunkt stehen.
Auf Basis der in Phase A gewonnenen Erkenntnisse wird in Projektphase B ein Instrument zur Beschreibung gelingender Bildungstage entwickelt, aus dem sich pädagogische Ziele ableiten lassen.
Die Vorstellung der Projektergebnisse regte zur Diskussion darüber an, wie die Gestaltung von Räumlichkeiten und Lernmaterialien, die zeitliche Rhythmisierung und die mit dem Kind interagierenden Bildungspartner das Kind in seinem Lernprozess unterstützen können.

Werkstatt 11
Macht? Schule. Bildung! - Wir für eine andere Bildungspolitik.
Konrad Degen, Johanna Paul, Tim Bönnert
Sich Auseinandersetzen und wieder zusammen setzen mit engagierten Vertretern des Landesschülerrates Sachsen und diskutieren über ihre Thesen:
Bildung ist der elementarste Bestandteil der Demokratie. Ohne Bildung gewinnt der Rückschritt.
Bildung vermittelt heute Wissen, und in Zukunft den Weg dahin.

Bildung wird universell, mehrsprachig und verlagert sich immer mehr ins Internet.

Gute Bildung ist ortsunabhängig. 
In einer Schule braucht es keine Lehrer.
DIESE WERKSTATT WURDE THEMATISCH IN DEN OPEN SPACE IM MARTHA-FRAENKEL-SAAL INTEGRIERT.

Werkstatt 12
Kein Abschluss ohne Anschluss
Bildungsbüro "Dresdner Bildungsbahnen"
Wolfgang Hahn - Experte der Berufs- und Studienorientierung, Kathrin Rokasky von der AMS Ausbildungsgesellschaft für Metalltechnik und Schweißer mbH

Wir wollten ein Projekt zur Berufsfindung vorstellen und wollten zeigen, wie unter der Einbeziehung aller Beteiligten der Prozesscharakter und die individuelle Arbeit mit dem Schüler erfolgreich gestaltet wird. Es geht um das MitEinAnder der Menschen in diesem Prozess, um die Partizipation von 'Senioren'Experten und darum, den jungen Menschen auf dem Entscheidungsweg nach ihrer Schullaufbahn hilfreich zur Seite zu stehen.
DIESE WERKSTATT FAND LEIDER NICHT STATT.

Werkstatt 13
Froh zu sein bedarf es wenig ... ?
Andrea Horn, Diplompsychologin / Saskia Rudolph, Kulturwissenschaftlerin
„Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir!“ so ein altbekanntes Sprichwort.
 Doch wie lernen Kinder, ihre Zukunft selbstbewusst zu meistern? Geben wir ihnen genügend Raum, wesentliche emotionale, soziale und kommunikative Kompetenzen zu entwickeln? Wessen Aufgabe ist dies überhaupt? Wer sorgt in Bildungseinrichtungen dafür? Der Regelunterricht nach Lehrplan? Das Schulfach Glück? Andere Initiativen?

Fest steht: Psychische Gesundheit und Lebenskompetenz lassen Kinder gestärkt erwachsen werden - geben wir ihnen gemeinsam die Möglichkeit dazu!

Ca. 16 Uhr Gemeinsame BilderWerkstatt: Futur II
Futur II ist eine sehr interessante und energiereiche Zeitform. Sie beschreibt etwas, das in Zukunft schon geschehen sein wird, und erlaubt uns ein kreatives Gedankenspiel: Wie ist es, wie sieht es aus, wie fühlt es sich an, wenn Sie das erreicht haben, was Sie in ihrer KiTa, in ihrer Schule verändern werden? Wie stellen Sie sich dann das MITEINANDERs von Kindern und Erwachsenen eigentlich vor? Malen Sie sich diesen Zustand in der "BilderWerkstatt: Futur II" ganz genau aus und sprechen Sie darüber. Hier finden Sie interessierte Partner und das notwendige Rüstzeug. Musikalisch begleiten Sie philharmonische Klänge von Mussorgsky aus „BILDER einer Ausstellung“.